
ARTUS ist ein vollautomatisches Temperaturmess- und -überwachungssystem. Es misst mit einer modernen LWIR-Mikrobolometer-Kamera (Langwelliges Infrarot) berührungslos Oberflächen- temperaturen mit einer Empfindlichkeit von bis zu 1K genau. ARTUS prüft den überwachten Bereich vollautomatisch und kontinuierlich auf die Einhaltung festgelegter Temperaturgrenzwerte und erkennt potenzielle Gefahren, wenn diese Grenzwerte nicht eingehalten werden.
Als kombiniertes System aus Videoüberwachung, Temperaturmessung und Brandalarmierung eröffnet die LWIR- Thermographie (Langwelliges Infrarot) eine neue Dimension im Objektschutz. Nur mit dieser Technologie ist es möglich, wichtige Anforderungen an die umfassende und lückenlose
Überwachung mit einem System zu erfüllen:
Videobild und/oder vollelektronische Auswertung
Bewegte Objekte im Überwachungsbereich
Überwachungsbereich beliebiger Größe
Kleine Objekte mit hoher Auflösung überwachen
Alarmierung bei niedrigen Temperaturen und geringen Schwankungen
Langsam entstehende Glutnester erkennen
Hochauflösende LWIR-Videokamera
Optionaler Schwenk-Neige-Kopf (SNK)
Videobild und/oder vollelektronische Auswertung
Die gesamte Überwachung beruht auf der Beobachtung des Bereiches mit einer Wärmebildkamera. Deren Bilder können sowohl visuell umgesetzt als auch pixelweise elektronisch zur Temperaturüberwachung eingesetzt werden. Über die Kombination aus vollautomatischer Auswertung und visueller Lagebeurteilung entscheidet der Kunde auf Grundlage seiner Anforderungen.
Bewegte Objekte im Überwachungsbereich
Mit den Mitteln modernen Video-Processings können bewegte Objekte im Überwachungsbereich erkannt und spezifisch behandelt werden. So ist es möglich, diese Objekte, die nicht brandgefährdet sind, aber hohe Temperaturen aufweisen, aus der Beobachtung auszuschließen. So können z.B. im Freigelände Fahrzeuge trotz heißer Motoren, Bremsen und Auspuffgase im überwachten Bereich frei bewegt werden, ohne Alarm auszulösen oder die Überwachung einzuschränken.
Überwachungsbereich beliebiger Größe
Wie bei der visuellen Videographie können über die Wahl der geeigneten Optik Objekte beliebiger Größe zur Überwachung abgebildet werden. Reicht die Beobachtung mit einer festen Kameraposition nicht aus, kann mit einer bewegten Kamera der Überwachungsbereich gezielt vergrößert und angepasst werden. Die Koppelung mehrerer Kameras zu einem Überwachungssystem ist ebenfalls möglich.
Wie kein anderes Brandmeldesystem unterstützt ARTUS gleichzeitig auch die Gegenmaßnahmen bei der Brandvermeidung oder –bekämpfung durch das während des gesamten Prozesses aktive LWIR-Videobild. So kann jederzeit die Lage direkt vor Ort beurteilt werden, die Effektivität von Maßnahmen jedweder Art ist umgehend in ihrer Wirkung verifizierbar.
Typische Schwebteilchen in der Atmosphäre wie Rauch und Nebel sind für LWIR-Strahlung fast vollständig transparent, da die extrem langwellige Strahlung von diesen kompakten Teilchen kaum beeinflusst wird. Daher ist ARTUS mit seiner LWIR-Kamera auch bei starker Umweltbelastung durch Aerosole in der Lage, den Überwachungsbereich klar und deutlich zu erkennen und abzubilden. Der Betrieb in staubigen Umgebungen ist möglich. Im Gegensatz zu Standard-Videokameras (CCTV) ist auch eine Überwachung bei starker Rauchentwicklung effektiv.
Kleine Objekte mit hoher Auflösung überwachen
ARTUS zerlegt jedes Überwachungsbild in 76.800 Messpunkte. Jedes dieser Bilder wird einzeln mittels Temperaturmessung der Oberfläche überwacht. Dadurch werden sehr kleine Objekte überwachbar. Wird z.B. ein 1m breites Laufband mit einer feststehenden ARTUS-Kamera überwacht, so sind Objekte ab einer Größe von ca. 2,4mm x 3mm detektierbar. Bei einer Freiflächen-Überwachung mit einem Bereich von 40m Durchmesser sind Objekte von der Größe eines Mobiltelefons feststellbar
Im Gegensatz zu visuellen Videoüberwachungen und anderen Temperaturmessverfahren ist die Überwachung mit ARTUS unabhängig von zusätzlicher Beleuchtung und unempfindlich gegen Blendungen durch sichtbares Licht. Sie ist damit unabhängig von Tageszeiten und Arbeitsbeleuchtung immer ohne Einschränkungen in vollem Umfang einsatzbereit. Da ausschließlich die Strahlung der überwachten Objekte detektiert wird, ist auch kein Zusatzaufwand für die Installation von spezieller Beleuchtung notwendig.
ARTUS ist in sehr vielen Ausbaustufen lieferbar und wächst mit Ihren Anforderungen. Alle Systemkomponenten sind modular aufeinander aufgebaut und miteinander kompatibel. So basiert auch eine preiswerte Lösung auf der vollwertigen Technologie, die auch den komplexen Systemen zugrunde liegt. Es ist jederzeit sichergestellt, dass bei der Aufrüstung von Anlagen die vorhandenen Komponenten weiterverwendet werden. So ist die Installation eines ARTUS-Systems jederzeit eine zukunftsorientierte Investition.
Innerhalb der Überwachungszone liegen oftmals Bereiche, die von der Überwachung ausgeschlossen werden müssen. Dazu können bei ARTUS einzelne Bereiche ausgeblendet und so heiße Anlagenteile von der Alarmierung ausgenommen werden. Selbstverständlich sind diese Einstellungen geschützt und können nur von autorisiertem Personal verändert werden.
Alarmierung bei niedrigen Temperaturen und geringen Schwankungen
ARTUS macht Temperaturunterschiede sichtbar unabhängig von der absoluten Temperatur. Daher eignet es sich auch zur Überwachung bei niedrigen Temperaturen, z.B. in Kühlanlagen oder bei Raumtemperatur. Alarmschwellen können sowohl für eine beliebige Höhe von Temperaturen ab -20°C gesetzt werden als auch für eine Temperaturdifferenz innerhalb des Überwachungsbereiches ab 1K. So können auch Alarmschwellen definiert werden, die Temperaturunterschreitungen melden.
Langsam entstehende Glutnester erkennen
Da die Messdaten aufgezeichnet und ausgewertet werden können, ist auch der Temperaturtrend als Alarmkriterium einsetzbar, um z.B. zu starke Erwärmung innerhalb eines langsam ansteigenden Umfeldes unabhängig von der bereits erreichten Temperatur detektieren zu können. Dies ist wichtig, wenn die Temperaturdifferenz zwischen Umgebung und potenziellen Glutnestern in einer ähnlichen Größenordnung liegt wie die natürliche Schwankung der Temperaturen in nicht gefährdeten Bereichen. Dies ist z.B. dann der Fall, wenn das Glutnest unter der beobachteten Oberfläche liegt und nur in abgeschwächter Form an der Oberfläche detektierbar ist. Gerade in diesen schwierigen Fällen hat ARTUS sich in zahlreichen Müllverbrennungsanlagen bewährt.
Hochauflösende LWIR-Videokamera
Die Mikrobolometer-Kamera unterteilt den Sichtbereich in 76.800 Einzelfelder (320 x240 Pixel). Für jeden Pixel wird die Überwachung individuell durchgeführt. Durch entsprechende Objektive aus hochwertigem Germanium kann die Geometrie der Abbildung angepasst werden, sodass für jede Anwendung das Messfeld optimal angepasst wird. Die Kamera ist in ein Schutzgehäuse verpackt. Mit der optionalen Spüllufteinrichtung kann das Gehäuse mit gereinigter Druckluft unter Überdruck gesetzt werden, wodurch das Eindringen von Staub ins Gehäuse verhindert wird. Mit dieser Spülluftoption erfüllt das Gehäuse die Schutzklasse IP 65.
Optionaler Schwenk-Neige-Kopf (SNK)
Der SNK ist in zwei Achsen frei drehbar und bietet die Möglichkeit, beliebige Kamerafahrten zu realisieren. Im Überwachungsbetrieb fährt der SNK automatisch den programmierten Weg über den Überwachungsbereich ab und meldet jeweils den Zustand der aktuell angezeigten Zone. Nach einer Alarmierung kann der SNK automatisch stoppen, um die betroffene Zone permanent zu überwachen. Wahlweise kann die Überwachung aller Zonen fortgesetzt werden. In jedem Fall wird die Lage der alarmierten Zone ständig angezeigt.
Steuerungszentrale
Die Steuerungszentrale kann außerhalb der Gefahrenzone in einer weniger staubbelasteten Umgebung installiert werden. Sie übernimmt je nach Ausführung folgende Aufgabenpakete: